Faktencheck: Prof. Dr. Andreas Schulte

Faktencheck "Gegenwind: Windkraft im Wald"

Stand: 16.04.2026
Status: Vortrag in Nottuln angekündigt (29.04.2026, Forum Rupert-Neudeck-Gymnasium, eingeladen von Gegenwind Nottuln)
Recherche-Grundlage: YouTube-Kanal CumTempore (Stand April 2026), Fachagentur Wind und Solar, UBA, Correctiv, JUWI, EnBW, KEA-BW, NABU, DLR, Fraunhofer IWES, taz, Klimareporter
Hinweis zur Fairness: Am 13. April 2026 habe ich Prof. Dr. Schulte eine Anfrage zu diesem Faktencheck geschickt. Bislang habe ich keine Antwort erhalten. Sobald eine Rückmeldung kommt, werde ich diesen Faktencheck entsprechend anpassen und seine Stellungnahme einarbeiten.
Dieses Dokument enthält ausschließlich Informationen aus öffentlich zugänglichen Quellen. Jede Behauptung ist mit einer konkreten Quelle belegt. Der Faktencheck prüft vierzehn zentrale Behauptungen aus Schultes YouTube-Serie "Gegenwind: Windkraft im Wald".

1. Zusammenfassung (TL;DR)

Prof. Dr. Andreas Schulte (pensionierter Forstwissenschaftler, WWU Münster) veröffentlicht auf YouTube die Serie "Gegenwind: Windkraft im Wald". Gegenwind Nottuln hat ihn für einen Vortrag am 29.04.2026 eingeladen. Dieser Faktencheck prüft vierzehn Kernbehauptungen aus der Serie.

ErgebnisAnzahl
Quellenaussage umgekehrt oder falsch dargestellt3
Rechenfehler oder falsche Zahlen3
Weit über wissenschaftlichem Konsens2
Korrekte Daten, aber fehlender Kontext oder stärkere Wortwahl als die Quellen4
Im Kern zutreffend2

Schulte hat in einzelnen Punkten berechtigte Anliegen (Rotorblatt-Recycling, PFAS-Thematik, Fledermausschutz). Das Gesamtbild zeigt jedoch ein wiederkehrendes Muster: Korrekte Daten werden mit stärkerer Wortwahl präsentiert als die Quellen hergeben, bestehende Schutzmaßnahmen werden verschwiegen, und in mindestens drei Fällen wird die Aussage der zitierten Quelle in ihr Gegenteil verkehrt.

2. Faktencheck: Vierzehn Kernbehauptungen

Behauptung 1: "Kosten bis zu 13,3 Billionen Euro bis 2045"

Bewertung: QUELLENAUSSAGE UMGEKEHRT
"...je nach Studie auf bis zu 13,3 Billionen Euro bis 2045."
- Prof. Schulte, Teil 1, Einleitung (30:50), Quellenangabe im Video: "wissenschaftlicher Beirat des deutschen Bundestages"

Was falsch ist:

Quellen: Bundestag WD 5-135/24 (PDF), PwC: Klimaschutzinvestitionen lohnen sich

Behauptung 2: "1 kg Bisphenol A kann 10 Milliarden Liter Wasser verseuchen"

Bewertung: RECHENFEHLER - FAKTOR 25 DANEBEN
"Aber 1 Kilogramm bisphenol [sic] A reicht aus, um 10 Milliarden Liter Wasser zu versäuchen [sic]."
- Prof. Schulte, Teil 3, Kontamination und Recycling (22:17)

Was Schulte sagt:

1 kg Bisphenol A (BPA) reicht aus, um 10 Milliarden Liter Wasser zu kontaminieren.

Was die Rechnung ergibt:

Einordnung:

Quelle: EU-Richtlinie 2020/2184 (Trinkwasserrichtlinie)

Behauptung 3: "50-150 kg Mikrofaserabrieb pro Windrad und Jahr"

Bewertung: WEIT ÜBER WISSENSCHAFTLICHEM KONSENS
"[Es ist] davon aus[zugehen], dass pro Windkraftanlage durchschnittlich eine Menge von zwischen 50 kg und 150 kg Mikrofasern pro Jahr emitiert [sic] werden."
- Prof. Schulte, Teil 3, Kontamination und Recycling (21:13)

Was Schulte sagt:

Pro Windrad und Jahr fallen 50-150 kg Mikrofaserabrieb an. Als Quelle nennt er Rechtsanwalt Thomas Mock.

Was die wissenschaftlichen Quellen sagen:

Einordnung:

Quellen: Mishnaevsky et al. (2024), DTU/Energies; Bundestag WD 8-077/20 (Fraunhofer IWES-Daten); BWE-Faktencheck Erosion (2024); NORWEA/Vestas Faktaark (2021, Seite nicht mehr verfügbar – Organisation umbenannt in Fornybar Norge)

Behauptung 4: "Gegebenenfalls von Anfang an beabsichtigte Insolvenz"

Bewertung: NICHT BELEGT
"...in die gegebenenfalls von Anfang an beabsichtigte Insolvenz gehen, wer baut dann zurück?"
- Prof. Schulte, Teil 1, Einleitung (13:18)

Was dagegen spricht:

Reales, aber engeres Problem:

Quellen: BWE Informationspapier Rückbau (2024, PDF), § 35 Abs. 5 BauGB

Behauptung 5: "500-1.000 Liter hochgiftiger Mineralöle pro Windrad kontaminieren Waldböden"

Bewertung: TEILWEISE RICHTIG, STARK ÜBERTRIEBEN
"Je nach Windradgröße und Typ sind dies mindestens 500 bis deutlich über 1000 l giftige Mineralöle pro Windrad." [...] "Nun kann dieses hochgiftige Mineralöl nicht nur durch Undichtigkeiten oder bei Ölwechseln in den Waldboden und damit dann perspektivisch in unser Trinkwasser gelangen."
- Prof. Schulte, Teil 3, Kontamination und Recycling (10:42 / 14:09)

Was stimmt:

Was irreführend oder übertrieben ist:

Quellen: WiWo, Agrarheute, energiewende.eu, Niedersachsen Grundwasserschutz-Merkblatt, UBA WGK-Einstufung

Behauptung 6: "PFAS-Chemikalien (Ewigkeitschemikalien) aus Windrädern belasten das Ökosystem"

Bewertung: IM KERN IRREFÜHREND
"Zweites Beispiel, die Erosion von hochgiftigen Chemikalien, z.B. PFAS, Per und polyfluorierte Alkühlsubstanzen [sic]. Sie werden aufgrund ihrer extremen Langlebigkeit auch als Ewigkeitschemikalien bezeichnet, dass sie sich in der Umwelt, im Trinkwasser und im menschlichen Körper anreichern und nur sehr schwer abzubauen sind."
- Prof. Schulte, Teil 3, Kontamination und Recycling (17:21)

Was stimmt:

Was irreführend ist:

Quellen: JUWI: PFAS und Windenergie, energiewende.eu: Abrieb und Chemikalien, FragDenStaat: Schadstoffe im Abrieb

Behauptung 7: "50-100 Hektar Flächenverbrauch pro Windrad" (aus Teil 4)

Bewertung: IRREFÜHRENDE NEUDEFINITION
"Die [...] dargelegten 0,5 Hektar Flächen in Anspruchnahme [sic] pro Windrad sind aus wissenschaftlicher walkologischer [sic] Sicht ein sehr schlechter Witz, um nicht das zu sagen, was ich wirklich denke. Statt der lächerlichen 0,5 Hektar werden mindestens 50 bis über 100 Hektar pro Windrad im Wald in Anspruch genommen."
- Prof. Schulte, Teil 4, Natur- und Artenschutz (30:23)

Was Schulte behauptet:

In Teil 4 seiner Serie rechnet Schulte den Fledermaus-Meidungsradius als "Flächenverbrauch" ein: Schulte verweist auf eine Studie (Ellerbrok et al. 2022, Journal of Applied Ecology), nach der die Fledermausaktivität von Waldfledermäusen im Nahbereich (80m) einer Anlage um ca. 50% geringer ist als in 450m Entfernung. Daraus berechnet er eine Kreisfläche (Pi * 400m^2 = ca. 500.000 m2 = 50 ha) und bezeichnet diese als "in Anspruch genommene Fläche" pro Windrad.

Was der Standard ist:

Einordnung:

Quelle: Fachagentur Wind und Solar: Windenergie im Wald

Behauptung 8: "35-120 Hektar Habitatverlust für Wildkatzen pro Anlage"

Bewertung: KEINE PEER-REVIEW-GRUNDLAGE
"Verlust von potenziellem Reproduktionsraum im Umfang von 35 bis 120 Hektar pro Anlage für ein Wildkatzenweibchen"
- Prof. Schulte, Teil 4, Natur- und Artenschutz (29:49), zitiert Naturschutzinitiative e.V., Gabriele Neumann

Was stimmt:

Was problematisch ist:

Quellen: Naturschutzinitiative e.V.: Wildkatzen und Windenergie, Uni Göttingen: Wildkatze und Windkraft, taz: Gründung der NI

Behauptung 9: "7,35 Cent pro Kilowattstunde garantierte Einspeisevergütung"

Bewertung: IRREFÜHREND
"7,35 Cent pro Kilowattstunde an garantierter Einspeisevergütung"
- Prof. Schulte, Teil 1, Einleitung (27:03)

Was stimmt:

Was irreführend ist:

Quellen: BNetzABundesnetzagentur - zuständig für die Durchführung der EEG-Ausschreibungen. Ausschreibungsergebnisse Wind Onshore; Fraunhofer ISE: Stromgestehungskosten Erneuerbare Energien (Juli 2024)

Behauptung 10: "Waldrodung für Windkraftanlagen"

Bewertung: ZAHLEN KORREKT, EINORDNUNG FEHLT
"Eine Tabelle in einer neueren Publikation dieser FA Wind- und Solarfachagentur aus dem Jahr 2025 gibt aktuell Aufschluss über die durchschnittliche Waldfläche pro Windenergieanlage [...] Dabei wird dargelegt, dass im Mittel über den gesamten Betriebszeitraum 0,51 Hektar Fläche vom Baumbwuchs [sic] freizuhalten sind."
- Prof. Schulte, Teil 2a, Entwaldung (30:04), gekürzt

Was stimmt:

Welcher Kontext fehlt:

Quellen: Fachagentur Wind und Solar, Analyse Wind im Wald (PDF, 10. Aufl. 2025), KNE: Waldinanspruchnahme, UBA Themenkompass (PDF), Top Agrar

Behauptung 11: "CO2-Einsparung aller deutschen Wald-Windräder = 7 Stunden CO2-Ausstoß Chinas"

Bewertung: RECHNERISCH RICHTIG, KONTEXT FEHLT
"Die eher optimistische Gesamtvermeidung an CO2 aller Windräder im Wald in Deutschland pro Jahr entspricht damit sehr optimistisch maximal etwa dem Ausstoß an CO2 von China in 7 Stunden. 7 Stunden." [...] "Selbst bei 10.000 Windrädern im Wald in Deutschland wird es nur einen Effekt auf den CO2 Gehalt der Atmosphäre geben, der im Bereich der nicht messbaren Folklore liegen wird, wenn überhaupt."
- Prof. Schulte, Teil 2a, Entwaldung (02:55 / 03:10)

Was stimmt - die Rechnung geht auf:

Welcher Kontext fehlt:

Quellen: Fachagentur Wind und Solar, Carbon Brief: China CO2, Wikipedia: China Emissionen, Correctiv: CO2-Bilanz WKA vs. Wald

Behauptung 12: "Mehr als 200.000 Fledermäuse sterben pro Jahr an Windkraftanlagen"

Bewertung: ZAHL PLAUSIBEL, KONTEXT FEHLT
"Zitat: Wir müssen damit rechnen, dass pro Jahr mehr als 200.000 Fledermäuse an Windkraftanlagen in Deutschland versterben."
- Prof. Schulte, Teil 4, Natur- und Artenschutz (23:39), Schulte leitet dies explizit als "Zitat" ein, vermutlich von Christian Voigt, Leibniz-IZW

Was Schulte sagt:

Er zitiert eine Schätzung, dass pro Jahr mehr als 200.000 Fledermäuse an Windkraftanlagen in Deutschland sterben.

Was die Quellen sagen:

Was fehlt:

Zum Thema Greifvögel (ebenfalls in Teil 4: "gemäß der Wildtierstiftung dürften alleine mindestens 12.000 geschützte Greifvögel pro Jahr durch Windräder in Deutschland erschlagen werden"):

Quellen: Voigt et al. (2024), BioScience; IZW Berlin (2024); BfN Signifikanzschwelle (2024, PDF); McKenna et al. (2025), Joule; ProBat; LIFE EUROKITE (LIFE18 NAT/AT/000048)

Behauptung 13: "Rotorblätter werden in Deutschland verbrannt oder illegal ins Ausland verbracht statt recycelt"

Bewertung: IM KERN RICHTIG, DARSTELLUNG EINSEITIG
"...wird das oberirdische Windrad mit all seinen verarbeiteten Giftstoffen tatsächlich komplett recycelt oder exportieren wir hier legal oder illegal mal wieder unsere Probleme ins Ausland?" [...] "Rotorblätter werden nach ihrer Demontage in Deutschland entweder verbrannt, teilweise auch in konventionellen Müllverbrennungsanlagen, die meines Erachtens dafür nicht ausgerichtet sind oder im Ausland deponiert statt recycelt." [...] "Nichts verbrennt dreckiger und klimaschädlicher als Rotorblätter von Windkraftanlagen." (Eigenaussage Schultes: "Kommt von mir.")
- Prof. Schulte, Teil 3, Kontamination und Recycling (00:40 / 34:05 / 32:14)

Was stimmt:

Was die Darstellung verschweigt:

Quellen: EnBW: Recycling (Energiekonzern, Eigeninteresse beachten), Correctiv: Entsorgung, Euractiv: Fall Tschechien, UBA: Recyclingkapazitäten

Behauptung 14: "5-6 Milliarden Insekten pro Sommertag durch Rotoren getötet"

Bewertung: ZAHL KORREKT ZITIERT, EINORDNUNG DES AUTORS FEHLT
"Auch die - kein Hörfehler - in einer Publikation des Deutschen Zentrums für Luft und Raumfahrt geschätzten 5 bis 6 Milliarden Insekten pro Sommertag, die beim Durchqueren der Rotoren in Deutschland an Land bzw. im Wald sterben."
- Prof. Schulte, Teil 4, Natur- und Artenschutz (27:52)

Was Schulte sagt:

Windkraftanlagen töten 5-6 Milliarden Insekten pro Sommertag.

Was die Quelle sagt:

Was fehlt:

Quelle: Trieb, F. (2019): "Interference of Flying Insects and Wind Parks", DLR (Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt), Stuttgart

3. Wiederkehrende Muster

Die folgende Tabelle fasst Muster zusammen, die in den vierzehn geprüften Behauptungen auftreten. Die Beispiele verweisen auf die jeweiligen Behauptungen oben:

Nr.BeobachtungBeispiel
1Korrekte Daten, aber mit stärkerer Wortwahl als die QuellenÖlmengen stimmen, Quellen sagen WGK 1-2, Schulte sagt "hochgiftig"
2Bestehende Schutzmaßnahmen werden nicht erwähntAuffangwannen (AwSV), Kompensationsaufforstung, Abschaltalgorithmen, getriebelose Anlagen
3Vergleiche mit stark unterschiedlichen BezugsgrößenWald-WKA (12% der Windleistung) verglichen mit dem Gesamtausstoß Chinas - die Rechnung stimmt, aber die Methode kann jede Einzelmaßnahme klein erscheinen lassen
4Einzelfälle ohne Einordnung als AusnahmeDer ROTH-Kriminalfall (Tschechien) wird ohne Hinweis auf strafrechtliche Verfolgung genannt
5Andere Definition von Fachbegriffen ohne KenntlichmachungFledermaus-Meidungsradius (ökologische Wirkzone) wird als "Flächenverbrauch" bezeichnet, ohne klarzustellen, dass die Fachagentur damit versiegelte Fläche meint (0,5 ha)
6Zahlen aus nicht-wissenschaftlichen QuellenMikrofaserabrieb: 50-150 kg/Jahr (Rechtsanwalt Thomas Mock) vs. Onshore max. 0,15 kg/Jahr (DTU 2024, Peer-Review)
7Tonfall widerspricht Sachlichkeitsanspruch"Klimanationalismus", "raubsozialistischer Strudel", "Staatsfunk", "Mietwissenschaftler", "nützliche Idioten" (alles Teil 1) vs. Selbstbeschreibung "grundsätzlich unabhängig und überparteilich", "wissensbasiert"
8Anti-Windkraft-Organisationen als neutrale QuellenNaturschutzinitiative e.V. (bekannte Anti-Windkraft-Organisation) und Deutsche Wildtier Stiftung werden zitiert, ohne deren Positionierung einzuordnen
9Quellenaussage in ihr Gegenteil verkehrtPwC-Studie: Klimaneutralität kostet ~13,2 Bio. € (günstiger als Nichtstun mit ~13,3 Bio. €). Schulte: "Kosten bis zu 13,3 Billionen" (suggeriert: Klimaschutz ist unbezahlbar)

Wo Schulte berechtigte Punkte hat

Wo Kontext fehlt oder Angaben nicht der Quellenlage entsprechen

4. Person

MerkmalDetail
NameProf. Dr. Andreas Schulte
StudiumForstwissenschaften, Georg-August-Universität Göttingen
Promotion1988, Bodenkunde, Forschungszentrum Waldökosysteme Göttingen
Lehrstuhl2003-2023: Waldökologie, Forst- und Holzwirtschaft, WWU Münster (Institut für Landschaftsökologie, FB Geowissenschaften)
Pensioniert2023
FirmaSilvaVest GmbH (seit 2019), Geschäftsführender Gesellschafter - Wald-Investment-Beratung
Selbstbeschreibung"Grundsätzlich unabhängig und überparteilich" (Teil 1, 10:05). Verwendet zudem "wissensbasiert" als Attribut für seine Methodik (Teil 1, 03:29)

Quellen: Wikipedia, Uni Münster CRIS, SilvaVest, cumtempore.info

Selbstbeschreibung vs. Tonfall

Schulte beschreibt seinen Kanal als "grundsätzlich unabhängig und überparteilich" (Teil 1, 10:05) und seinen Ansatz als "wissensbasiert" (Teil 1, 03:29). Er betont: "Ich bin nicht in einer Partei und gar nicht grundsätzlich gegen Windenergie oder Klimaschutz" (Teil 1, 23:56). In denselben Videos verwendet er Begriffe wie "Klimanationalismus", "raubsozialistischer Strudel", "Staatsfunk", "Leibmedien" (für öffentlich-rechtliche Medien), "nützliche Idioten", "Mietwissenschaftler" und "als NGOs getarnte Lobbyisten" (Teil 1). Diese Wortwahl steht im Widerspruch zu seinem eigenen Anspruch einer sachlich-wissenschaftlichen Darstellung.

Möglicher Interessenkonflikt

Schulte ist neben seiner wissenschaftlichen Tätigkeit geschäftsführender Gesellschafter der SilvaVest GmbH (Sitz Münster), die zu Wald-Investments berät. Diese Doppelrolle als pensionierter Wissenschaftler und Geschäftsführer eines Wald-Investment-Unternehmens wurde unter anderem von der taz und Klimareporter thematisiert - dort allerdings im Kontext seiner Kritik am UBA zur Holzverbrennung, nicht zur Windkraft. Ob ein konkreter geschäftlicher Interessenkonflikt bei der Windkraft-Thematik besteht, ist nicht belegt.

Verbreitung

PlattformArtEigenverantwortlich
YouTube (CumTempore)Eigener Kanal, ca. 8.800 Abonnenten, 46 Videos (seit Mai 2024)Ja
cumtempore.infoEigene WebsiteJa
Achse des Guten (achgut.com)Serie "Windräder, Wald und Wahrheit"Ja (aktive Publikation)
KontrafunkInterviewsJa (aktive Teilnahme)
EIKEVeröffentlicht seine InhalteUnklar
VernunftkraftListet seine VorträgeUnklar
BürgerinitiativenTeilen Videos als ArgumentationshilfeNein (Drittverbreitung)

5. YouTube-Serie "Gegenwind: Windkraft im Wald"

TeilTitelAufrufeLänge
1Einleitung (05.12.2025)17.00433:36
2aEntwaldung - Bei uns in Deutschland (07.01.2026)11.25937:41
2bDeforestation - In our climate colonies (englisch)6.46135:49
3Kontamination und Recycling (13.02.2026)8.78637:06
4Natur- und Artenschutz (20.03.2026)7.14732:16

Quelle: YouTube-Kanal CumTempore, Stand April 2026. 7-teilige Serie geplant, 4 deutschsprachige Teile + 1 englische Version veröffentlicht.

6. Bezug Nottuln

MerkmalDetail
Vortrag29.04.2026, 19:00 Uhr, Forum Rupert-Neudeck-Gymnasium Nottuln, Eintritt frei
Einladung durchGegenwind Nottuln
BewerbungZwei Facebook-Flyer (April 2026). Schulte wird als "renommierter Forstwissenschaftler" und "renommierter Waldökologe" vorgestellt, der "Aussagen der Windkraftlobby fundiert und faktenbasiert" hinterfragt und widerlegt. Untertitel: "UNABHÄNGIG. SACHLICH. HÖRENSWERT."
Regionale Autorität20 Jahre Lehrstuhl an der WWU Münster
Direkte Videos zu NottulnKeine (Stand April 2026)
ZielgruppeSerie richtet sich explizit an "Mitglieder von Bürgerinitiativen"
Kontaktkanäle GegenwindFacebook-Seite, WhatsApp-Gruppe, E-Mail (gegenwind-nottuln@outlook.de)
Hinweis: Schultes Videos enthalten keinen direkten Bezug zu Nottuln oder Stockum. Die Argumente seiner Serie - Mineralöle, PFAS, Waldrodung, CO2-Bilanz - decken sich aber mit den Themen, die Gegenwind Nottuln in der lokalen Debatte verwendet. Die Bewerbung durch Gegenwind Nottuln positioniert Schulte explizit als Gegenstimme zur "Windkraftlobby" - die Flyer-Formulierung "widerlegt Aussagen der Windkraftlobby" geht über Schultes eigenen Anspruch einer ergebnisoffenen Darstellung hinaus.

7. Öffentliche Einordnung

Es existieren keine systematischen Faktenchecks zu Schultes Windkraft-Serie - weder von Correctiv, Volksverpetzer noch klimafakten.de (Stand April 2026). Seine Windkraft-Thesen sind nicht peer-reviewed erschienen.

Dokumentierte Kritik beschränkt sich auf den Interessenkonflikt:

MediumInhalt
taz"Waldlobby attackiert Umweltbundesamt" - Doppelrolle als Wissenschaftler und SilvaVest-GF thematisiert
KlimareporterEinordnung als "Waldlobby"
UtopiaInteressenkonflikt dokumentiert: kritisiert UBA, ist gleichzeitig GF eines Wald-Investment-Unternehmens

Indirekte Widerlegungen (ohne Schulte namentlich zu nennen):

8. Quellenverzeichnis

Person und Kanal

Faktencheck-Quellen

Kritik an Schulte