Von einem Nottulner für Nottulner

Windkraft in Nottuln – Die Fakten

Die Plakate an den Ortseingängen haben Fragen aufgeworfen. Also habe ich recherchiert – und möchte teilen, was ich über Windenergie im Kreis Coesfeld herausgefunden habe.

Faktencheck

Die Windkraft-Petition im Check

Petitionstext, 9 News-Meldungen und 630 Kommentare geprüft: Was stimmt, was nicht?

1.714 Unterschriften 4 Teile 21 Quellen
Soll so unser Nottuln aussehen?
Nein, Danke!
? Stimmt das?

Warum ich diese Seite erstellt habe

Ich wohne selbst in Nottuln im Kreis Coesfeld. Wie viele hier im Münsterland habe ich die Plakate gesehen: „Soll so unser Nottuln aussehen? Nein, Danke!"

Die Bilder wirken bedrohlich. Aber stimmt das auch? Ich wollte es genau wissen und habe angefangen zu recherchieren. Dabei ist mir aufgefallen: Wichtige Informationen fehlen in der aktuellen Debatte.

Diese Website sammelt, was ich herausgefunden habe. Keine Werbung für Windenergieanlagen, keine Kampagne dagegen – nur die Fakten, die ich für eine ehrliche Diskussion in unserer Gemeinde vermisse.

Transparenz über mich:

Ich wohne in Nottuln, aber ohne direkte Sicht auf die geplanten Standorte. Ich bin also nicht unmittelbar betroffen. Was ich aber regelmäßig mache: Mit meinem Sohn über die Felder radeln. Die bestehenden Windräder dort stören uns nicht.

Gesundheit & Anwohner

Was sagt die Wissenschaft zu den häufigsten Bedenken?

Schattenwurf – die Grenzen

Theoretisches Max.Astronomisch berechnet: Als würde die Sonne jeden Tag scheinen und das Windrad ständig laufen. In der Realität nie erreicht.
30h/Jahr
Tatsächlich erlaubtDer gesetzliche Grenzwert: Maximal 8 Stunden Schatten pro Jahr auf ein Wohnhaus. Danach muss das Windrad abschalten.
8h/Jahr
Was ist der Unterschied?
30h/Jahr theoretisch: Worst-Case-Berechnung – als würde die Sonne jeden Tag scheinen und das Windrad immer laufen
8h/Jahr tatsächlich: Realistische Grenze unter echten Wetterbedingungen (Wolken, Windstille, etc.)
Die Abschaltautomatik: Moderne Windräder haben Sensoren, die den Schattenwurf messen. Wird der Grenzwert erreicht, schaltet die Anlage automatisch ab – per Gesetz vorgeschrieben.
Die Himmelsrichtung macht den Unterschied

Da die Sonne in unseren Breiten nie im Norden steht, wirft ein Windrad keinen Schatten nach Süden. Ein Haus südlich eines Windrads ist vom Schattenwurf gar nicht betroffen – egal wie nah es steht. Deshalb sind pauschale km-Abstände nicht sinnvoll. Es kommt auf die konkreten Gegebenheiten vor Ort an.

→ Quelle: LAILänderausschuss für Immissionsschutz – das Gremium der Bundesländer, das einheitliche Umweltschutz-Richtlinien erarbeitet.-Schattenwurfhinweise (PDF)

Infraschall – ein Vergleich

3,5 Std. Autofahrt
=
27 Jahre neben Windrad
Uni Bayreuth (2020): „3,5 Stunden Autofahrt setzen Sie genauso viel InfraschallSehr tiefe Töne unter 20 Hz, die Menschen nicht hören können. Entsteht z.B. bei Wind, Verkehr, Waschmaschinen – und auch bei Windrädern.energie aus wie 27 Jahre Aufenthalt in 300m Abstand zu einem Windrad." Der Infraschall von Windrädern liegt deutlich unter der menschlichen WahrnehmungsschwelleDie Grenze, ab der Menschen etwas spüren oder hören können. Infraschall von Windrädern ist so schwach, dass der Körper ihn nicht wahrnimmt..

Bestätigt durch eine Metaanalyse von über 400 Studien (McKenna et al. 2025, Joule): „Für moderne Windräder gibt es keinen nachweisbaren Zusammenhang mit tieffrequentem Lärm."

Hörbarer Lärm: Die Grenzwerte

Windräder müssen die TA LärmTechnische Anleitung zum Schutz gegen Lärm – das deutsche Regelwerk für Lärmgrenzwerte bei Anlagen aller Art. einhalten – die gleichen Regeln wie für Industrieanlagen:

Reines Wohngebiet 35 dB(A) nachtsGilt für Gebiete mit ausschließlicher Wohnnutzung laut Bebauungsplan.
Allg. Wohngebiet 40 dB(A) nachtsGilt für Wohngebiete mit vereinzelten Läden, Praxen etc.
Misch-/Außenbereich 45 dB(A) nachtsGilt für Mischgebiete und den ländlichen Außenbereich (§35 BauGB), wo die meisten Windräder stehen.
Welcher Wert gilt für Sie? Das hängt vom Bebauungsplan ab. Im ländlichen Außenbereich, wo die meisten Windräder stehen, gelten meist 45 dB(A).

Typische Abstände: Die TA Lärm schreibt keine festen Abstände vor, sondern Schallpegel. In der Praxis ergeben sich daraus 500–800m zu Wohngebieten – je nach Anlagentyp und Gebietsart.

Größere Anlagen = besser für Anwohner?

Langsamer: Große Rotoren drehen langsamer – weniger optische Unruhe und gleichmäßigeres Geräusch.

Weniger Anlagen: Bei gleicher Stromproduktion braucht man weniger große Anlagen statt vieler kleiner.

Höhere Rotorunterkante: Bei 266m-Anlagen beginnt der Rotor erst bei ~96m Höhe – über der üblichen Flughöhe vieler Vögel. Der größere Rotordurchmesser erhöht allerdings die Kollisionsfläche.

→ Quelle: Umweltbundesamt (TA Lärm)

Nocebo-EffektDas Gegenteil von Placebo: Wer glaubt, dass etwas schadet, entwickelt echte Symptome – auch wenn keine echte Ursache vorliegt.: Wenn Angst krank macht

Studien zeigen: Menschen entwickeln Symptome durch die Erwartung von Schaden – nicht durch tatsächlichen Infraschall.

Australien-Studie: Beschwerden bei Windpark-Anwohnern traten erst auf, nachdem Anti-Windkraft-Gruppen in der Region aktiv wurden – nicht nach Bau der Anlagen.

Woolcock Institute (2023): „Wir konnten eindeutig nachweisen, dass der von Windturbinen erzeugte Infraschall keine Schwindelgefühle oder Übelkeit hervorruft, keine Auswirkungen auf die Gesundheit des Herzens oder der Psyche hat und auch den Schlaf nicht beeinträchtigt."

→ Quelle: Woolcock Institute Studie

Artenschutz

Vögel und Fledermäuse – was sagen die Studien?

Vögel & Windkraft: Zahlen, Forschung, Schutz

Vogelschlag im Kontext

Jährliche Vogeltode in Deutschland nach Ursache:

Glasscheiben 100-115 Mio.
Hauskatzen 20-100 Mio.
Straßenverkehr 70 Mio.
Windkraftanlagen ~0,1 Mio.

Windkraft verursacht <0,1% der Vogeltode. Für Greifvögel wie den Rotmilan ist die Situation differenzierter.

Todesursachen im Vergleich: Das EU-Forschungsprojekt LIFE EUROKITEEU-Projekt (2019–2027) zum Schutz des Rotmilans. Über 3.000 Tiere in 12 Ländern mit GPS-Sendern ausgestattet, Todesursachen systematisch erfasst. hat über 3.000 Rotmilane mit GPS-Sendern ausgestattet. Zwischenergebnisse für Deutschland (n=121): Häufigste Todesursachen sind natürliche Fressfeinde (41%), Schienenverkehr (12%) und Straßenverkehr (10%). WEA-Kollisionen machen etwa 8% aus.

Einordnung: Die Daten sind Zwischenergebnisse (Wingspan-Konferenz 2024); eine peer-reviewed Publikation zur Todesursachen-Rangfolge steht noch aus. Das Projekt selbst stuft WEA als „signifikante menschengemachte Todesursache" ein – aber nicht als die häufigste.

RotmilanGreifvogel mit gegabeltem Schwanz. Deutschland beherbergt über 50% des weltweiten Bestands – eine besondere Verantwortung.: Was die Forschung zeigt

Der Rotmilan ist ein häufiges Argument gegen Windkraft. Die Wissenschaft zeigt ein differenziertes Bild:

~40m

Flughöhe beim Jagen

~96m

Rotorunterkante (266m-Anlage)

Europäische Langzeitstudie (Skrabal et al. 2025, Biological Conservation, 11 Jahre, 3.000 besenderte Rotmilane): Je höher die Rotorblätter angebracht sind (Rotor-Boden-AbstandAbstand zwischen dem tiefsten Punkt der Rotorblätter und dem Boden. Auch „Clearance" genannt.), desto weniger Kollisionen. Aber: Größere Rotordurchmesser erhöhen das Risiko – 25,5m mehr Durchmesser verfünffachen die Kollisionswahrscheinlichkeit. Entscheidend ist nicht die Gesamthöhe, sondern das Verhältnis von Nabenhöhe zu Rotordurchmesser.

Aber: Während der Balzzeit fliegen Rotmilane höher. Eine Telemetriestudie zeigt: 18-29% der Flüge finden dann in Rotorhöhe (80-250m) statt. Deshalb gibt es gezielte Schutzmaßnahmen:

  • 1.500m Mindestabstand zu Horsten (Helgoländer PapierFachliche Empfehlung der Länderarbeitsgemeinschaft der Vogelschutzwarten zu Abständen zwischen Windenergieanlagen und Vogellebensräumen.)
  • Automatische Abschaltsysteme (IdentiFlight, BirdVision) erkennen Greifvögel per Kamera und stoppen die Anlage vor einer Kollision

Für den Artenschutz entscheidend: der Abstand zwischen Boden und Rotorunterkante. Bei den in Nottuln geplanten 266m-Anlagen liegt dieser bei ~96m – weit über der üblichen Flughöhe des Rotmilans.

Fledermäuse: Gefahr und Schutz

Flughöhen: 95% aller Fledermausflüge finden unter 144m statt. Bei 266m-Anlagen (Rotorunterkante ~96m) liegt ein Teil der Flüge unterhalb des Rotorbereichs.

Das Problem: Fledermäuse sterben nicht nur durch Kollision, sondern auch durch BarotraumaDer Unterdruck an den Rotorspitzen (>250 km/h) lässt die sackartigen Lungen expandieren – Blutgefäße reißen, die Tiere verbluten innerlich.. Die Baerwald-Studie (2008) fand bei 90% der toten Fledermäuse innere Blutungen. Vögel sind nicht betroffen (andere Lungenstruktur).

Gefährdet

Abendsegler, Rauhaut-, Zwergfledermaus (fliegen hoch)

Kaum gefährdet

Bechstein-, Mopsfledermaus (fliegen 1-5m bodennah)

Lokal: Im FFH-GebietFlora-Fauna-Habitat – EU-Schutzgebiet nach Natura 2000. „Roruper Holz mit Kestenbusch" (642m von den geplanten WKA) ist die Bechsteinfledermaus Erhaltungsziel. Diese Art jagt aber bodennah (1-5m) und ist laut Studien nicht kollisionsgefährdet.

Schutzmaßnahmen: Moderne Anlagen nutzen GondelmonitoringUltraschall-Detektoren in der Gondel erfassen Fledermausaktivität in Echtzeit. und die Software ProBatBundesweiter Standard seit 2014, berechnet standortspezifische Abschaltzeiten basierend auf gemessener Aktivität.. Laut NRW-LeitfadenLeitfaden „Umsetzung des Arten- und Habitatschutzes bei der Planung und Genehmigung von Windenergieanlagen in NRW" (2017). wird bei Wind unter 6 m/s und Temperaturen über 10°C abgeschaltet (1. April – 31. Oktober, nachts). Ertragsverlust: 1-4%.
→ Quellen: Leibniz-IZW, Spektrum, KNE, LANUV, ProBat, NRW-Leitfaden

Zugvögel: Kraniche und Gänse

Im Herbst ziehen KranicheGrus grus – Großvogel mit bis zu 2,2m Flügelspannweite. Zieht auf dem westeuropäischen Zugweg über das Münsterland. über das Münsterland – an guten Tagen bis zu 50.000 über NRW (NABU NRW). Auch WildgänseVor allem Bläss- und Saatgänse. 120.000–200.000 Blässgänse überwintern jährlich in NRW (Schwerpunkt Niederrhein). rasten in der Region. Wie wirken sich Windräder auf diese Vögel aus?

50–250mTypische Flughöhe über Deutschland nach der Ostseeüberquerung (NABU). Über die gesamte Zugroute gemittelt ~300m (kraniche.de, GPS-Studie mit 7 Kranichen).

Flughöhe über Deutschland

96–266m

Rotorbereich (266m-Anlage)

Dokumentierte Kollisionen: Seit 2002 wurden in ganz Deutschland 54 Kranich-Schlagopfer dokumentiert (Vogelschutzwarte BrandenburgStaatliche Fachbehörde, die seit 2002 eine zentrale Schlagopferkartei für ganz Deutschland führt (Tobias Dürr).) – bei Hunderttausenden Kranichen auf dem Zugweg und über 28.000 Windrädern. Die Behörde stuft die Kollisionsgefährdung als „sehr gering" ein. Auch bei Wildgänsen: 4 Blässgans-Funde deutschlandweit.

Ausweichverhalten: Obwohl sich Flughöhe und Rotorbereich überschneiden, meiden Zugvögel Windräder aktiv. Kraniche weichen einzelnen Anlagen kleinräumig aus, Gänse umfliegen ganze Windparks. Eine Studie der Uni Glasgow berechnete die Energiekosten eines Umwegs: 0,04% der Zugstrecke – energetisch nicht messbar (Masden et al. 2009, ICES Journal of Marine Science). Bei Schlechtwetter (Nebel, tiefe Wolken) steigt das Risiko, weil die Sicht eingeschränkt ist.

Aber: Die Hauptgefährdung liegt nicht in Kollisionen, sondern im möglichen Lebensraumverlust – Gänse meiden Rastflächen im Umkreis von 200–600m um Windräder (je nach Studie und Art). Deshalb ist die Standortwahl entscheidend: Windräder sollten nicht in der Nähe wichtiger Rast- und Nahrungsgebiete stehen (Hötker et al., Michael-Otto-Institut/BfN).

Schutzmaßnahmen: In Norddeutschland gibt es eine ehrenamtliche „Kranich-Meldekette" (NABU) – bei Massenzug mit Schlechtwetter werden Windräder temporär abgeschaltet. In NRW gilt ein 1.000m-Ausschlussbereich um Kranich-Brutplätze.

→ Quellen: LfU Brandenburg, KNE, NABU, kraniche.de, NABU NRW, Masden et al. 2009

Klimaschutz & Wirtschaft

Was bringt Windkraft für Klima, Region und Gemeinde?

Klimaschutz: Was ein Windrad leistet

6.000–10.000

Tonnen CO₂Kohlendioxid – das wichtigste Treibhausgas. Entsteht bei Verbrennung von Kohle, Öl, Gas. Windkraft erzeugt im Betrieb kein CO₂. eingespart pro Windrad pro Jahr

2,5–4,5

Monate bis zur energetischen AmortisationDie Zeit, bis ein Windrad mehr Energie erzeugt hat, als für Bau, Transport und Aufstellung nötig war.

106 Mio.

Tonnen CO₂ durch Wind vermieden (2024)

Wo stehen wir? 2024: 59% erneuerbar, 41% fossil. Klimaziel 2030: 80% aus heimischer Erzeugung. Zum Vergleich: Dänemark liegt bei knapp 80%, der EU-Durchschnitt bei 47,5% (Eurostat 2024). Plus: E-Autos und Wärmepumpen erhöhen den Strombedarf weiter.

Rechenbeispiel Stockum: 7 Anlagen × 8.000t CO₂ = 56.000 Tonnen weniger CO₂ pro Jahr – das entspricht etwa 5.000 Hin- und Rückflügen nach Mallorca.

→ Quelle: BWEBundesverband WindEnergie – der größte Verband der Windkraft-Branche in Deutschland. Klimaschutz

Energieunabhängigkeit: Wo das Geld hinfließt

Deutschland importiert 70% seiner Energie – bei Gas sogar 95%. Das kostet jährlich:

~70 Mrd. €

pro Jahr für fossile Importe (2024)

Zum Vergleich: Die gesamten Investitionen in erneuerbare Energien in Deutschland lagen 2023 bei 37 Mrd. € – etwa die Hälfte dessen, was wir jährlich ins Ausland überweisen.

Windkraft ändert das: Jeder Euro, der in lokale Windenergie fließt, bleibt in der Region – als Pacht für Landwirte, Gewerbesteuer für die Gemeinde und Aufträge für lokale Handwerker.

Warum gerade das Münsterland?

Das Münsterland liegt direkt neben dem Ruhrgebiet – einem der größten Stromverbraucher Deutschlands. Kurze Wege bedeuten weniger Übertragungsverluste und weniger Netzausbau-Bedarf. Das spricht für Windkraft in unserer Region statt nur in Norddeutschland oder Offshore.

→ Quelle: Umweltbundesamt

Was Nottuln davon hat

Gemeindebeteiligung: 0,2 Cent/kWh an Nottuln (§6 EEGErneuerbare-Energien-Gesetz: Regelt die Förderung von Wind, Solar & Co. und schreibt Zahlungen an betroffene Gemeinden vor.) von allen Windrädern in Nottuln. Allein aus Stockum (7 von 24 Anlagen): sechsstelliger Betrag/Jahr
%
90% Gewerbesteuer fließen an die Standortgemeinde (seit 2021 gesetzlich geregelt)
Bürgerbeteiligung: Laut Bürgerenergiegesetz NRW können Nottulner ab 500€ investieren und mitverdienen

Betreiber in Nottuln: Stadtwerke Münster, Bürgerwind Nottuln-Gladbeck, Bürgerwind Roruper Berg u.a. Alle zahlen nach §6 EEG an die Gemeinde.

Praxisbeispiel Simmerath (Eifel): Durch ~2 Mio. €/Jahr Windkraft-Einnahmen hat die Gemeinde die niedrigsten Steuern der Region. → Bundeskanzler.de
→ Quelle: Bürgerenergiegesetz NRW

Klimaschutz: Lohnt sich das für Deutschland?

Deutschland verursacht ~1,6% der globalen CO₂-Emissionen und ist der größte Emittent in Europa. Pro Kopf sieht die Rechnung anders aus:

9,7 t

CO₂ pro Kopf/Jahr
Deutschland

~5 t

CO₂ pro Kopf/Jahr
Weltdurchschnitt

7,3%

der weltweiten CO₂-Emissionen seit 1850

Top 10

der größten Emittenten weltweit

Stefan Rahmstorf (PIKPotsdam-Institut für Klimafolgenforschung – eines der weltweit führenden Forschungsinstitute zum Klimawandel.): „Würde man die gesamte Weltbevölkerung in 50 Gruppen einteilen, von denen jede zwei Prozent der globalen Emissionen verursacht – folgt daraus dann, dass niemand etwas machen muss?"

BVerfGBundesverfassungsgericht – das höchste deutsche Gericht für Verfassungsfragen. (2021): „Der Staat könnte sich seiner Verantwortung nicht durch den Hinweis auf die Treibhausgasemissionen in anderen Staaten entziehen."

Was kostet Strom aus neuen Kraftwerken?

StromgestehungskostenGesamtkosten pro Kilowattstunde über die Lebensdauer eines Kraftwerks (Bau, Betrieb, Brennstoff, Rückbau). laut Fraunhofer ISEFraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme – Europas größtes Solarforschungsinstitut. (2024):

4–9 ct

Wind & Solar

14–49 ct

Kernkraft*

15–26 ct

Kohle

*Kernkraft-Neubau ohne Rückbau- und Endlagerkosten. Praxisbeispiel Hinkley Point C (UK): garantierter Preis bereits auf ~15 ct/kWh gestiegen, Baukosten von 18 auf 43–48 Mrd. £, Baubeginn 2018, Inbetriebnahme frühestens 2029.

Die EEGErneuerbare-Energien-Gesetz: Regelt die Förderung von Wind, Solar & Co. und schreibt Zahlungen an betroffene Gemeinden vor.-Förderung (~17 Mrd. €/Jahr) finanziert überwiegend ältere Verträge mit hohen Vergütungssätzen. Neue Wind- und Solaranlagen sind laut Fraunhofer ISE die günstigsten Stromquellen in Deutschland.

→ Quellen: klimafakten.de, Helmholtz, BVerfG, Fraunhofer ISE

Umwelt & Ressourcen

Flächenverbrauch und Recycling – die Fakten.

Flächenverbrauch: Weniger als gedacht

0,5

Hektar versiegelt

97%

weiter nutzbar

Die Fläche zwischen Windrädern bleibt vollständig nutzbar – für Ackerbau, Weidewirtschaft oder ökologische Ausgleichsmaßnahmen. Landwirte profitieren doppelt: Pachteinnahmen plus normale Ernte.

→ Quelle: Kompetenzzentrum Naturschutz

Rückbau & Recycling

~90%

recycelbar (Stahl, Kupfer, Beton, Getriebe)

Herausforderung Rotorblätter: Die Verbundwerkstoffe (2-3% der Anlage) sind schwieriger zu recyceln. Große Betreiber wie Vattenfall verzichten bereits auf Deponierung und streben 100% Recycling bis 2030 an. Die Branche hat sich verpflichtet, Rotorblätter bis 2030 und komplette Turbinen bis 2040 vollständig recyclebar zu machen.

Rückbaupflicht: Betreiber müssen Rücklagen bilden und die Anlage nach Laufzeitende vollständig zurückbauen – inklusive Fundament.
→ EnBW Recycling → Vattenfall Recycling

Technik & Betrieb

Wie moderne Windräder funktionieren und gesteuert werden.

Rote Blinklichter: Problem gelöst

Die roten Warnlichter an Windrädern waren ein häufiger Kritikpunkt. Das ist jetzt Vergangenheit:

Seit 1. Januar 2025 Pflicht: Alle Windräder müssen mit BNKBedarfsgesteuerte Nachtkennzeichnung: Die roten Warnlichter blinken nur noch, wenn ein Flugzeug in der Nähe ist. Sonst bleiben sie aus. ausgestattet sein.

So funktioniert's: Die Lichter blinken nur noch, wenn sich ein Flugzeug nähert (Umkreis 4km, unter 600m Höhe). Ansonsten bleiben sie aus.

Ergebnis: Bis zu 98% weniger Lichtverschmutzung.

→ Quelle: Bundesverband WindEnergie

Speicher & Netzausbau

Das Problem ist real: 2024 wurden 9,4 TWhTerawattstunde = 1 Milliarde kWh. Damit könnte man etwa 2,5 Millionen Haushalte ein Jahr lang versorgen. (3,5% der EE-Produktion) abgeregelt – meist weil Netzkapazitäten fehlen, nicht weil der Strom nicht gebraucht wird.

65,5

GWhGigawattstunde = 1 Million kWh. Damit könnte man etwa 250 Haushalte ein Jahr lang versorgen. Speicher (Ende 2025)

100

GWh Bedarf 2030

Lösungen in Arbeit: Batteriespeicher von 57 GWh (Ende 2024) auf 65,5 GWh (Ende 2025) gewachsen – plus 460 Großspeicher in Planung. UltranetGleichstromleitung von NRW nach Baden-Württemberg. 2 GW Kapazität. Seit Oktober 2025 vollständig genehmigt, Bau läuft. (2 GW) kommt Ende 2026, SuedLinkGrößtes deutsches Stromleitungsprojekt. Verbindet Windstrom aus dem Norden mit Verbrauchern im Süden. 4 GW Kapazität. Seit Oktober 2024 vollständig genehmigt, in allen 6 Bundesländern im Bau. (4 GW) kommt Ende 2028 – zusammen 6 GW neue Nord-Süd-Kapazität.

Fazit: Ein Übergangsproblem durch verzögerten Netzausbau – keine grundsätzliche Grenze der Windkraft.

→ Quelle: Bundesnetzagentur Speicher

Standortwahl: Warum nicht an der Autobahn?

Eine häufige Frage: Warum werden die Windräder nicht entlang der A43 gebaut?

Rechtlich möglich: Nach § 9 FStrGBundesfernstraßengesetz – regelt u.a. Bauverbote und -beschränkungen entlang von Autobahnen und Bundesstraßen. gilt nur ein 40m-Bauverbot direkt an Autobahnen. Das OVGOberverwaltungsgericht – zweite Instanz der Verwaltungsgerichtsbarkeit. Berlin-Brandenburg hat 2024 eine Anlage mit nur 110m Abstand genehmigt.

Aber: Auch entlang der Autobahn müssen Mindestabstände zu Wohnhäusern eingehalten werden. Wichtiger noch: Die Flächenverfügbarkeit entscheidet – Grundstückseigentümer müssen ihre Flächen anbieten.

Die geplanten Standorte wurden im Regionalplan nach Eignungskriterien ausgewählt und von den Eigentümern bereitgestellt.

→ Ausführliche Antwort in der FAQ

„Windräder stehen doch nur still"

Ein häufiges Argument gegen weitere Windkraft. Was ist dran?

Wahrnehmung vs. Realität

Windräder drehen sich nicht 24/7, weil Wind nicht konstant weht. Onshore-Anlagen erreichen je nach Standort und Generation 1.800–3.200 VolllaststundenRechnerische Stunden pro Jahr, in denen eine Anlage mit voller Leistung laufen müsste, um die tatsächliche Jahresproduktion zu erreichen. pro Jahr (Fraunhofer ISE). Moderne Anlagen der 250m-Klasse erzielen im Schnitt bereits rund 2.500 Stunden – deutlich mehr als der Flottendurchschnitt aller ~28.700 Anlagen, der alte Kleinanlagen einschließt. Technische Verfügbarkeit: 98%.

→ Energie-Lexikon

Wie viel wird wirklich abgeregelt?

2024 wurden 9,4 TWh erneuerbarer Strom abgeregelt – das entspricht 3,5% der EE-Produktion. Der Grund: Netzengpässe, nicht fehlender Bedarf. 96,5% werden genutzt. Die Gesamtkosten für Netzengpassmanagement sinken: 4,2 Mrd. (2022) → 3,3 Mrd. (2023) → 2,8 Mrd. (2024).

→ Bundesnetzagentur 2025

Warum brauchen wir mehr?

2024: 59% erneuerbar, noch 41% fossil. Das Klimaziel bis 2030: 80% aus heimischer Erzeugung. Plus: E-Autos und Wärmepumpen erhöhen den Strombedarf. Selbst bei 100% Auslastung reichen die heutigen Anlagen nicht.

→ Destatis Stromerzeugung 2024

Entschädigung & Netzausbau

Bei Abregelung erhalten Betreiber 95% Entschädigung für entgangene Einnahmen – 2024 waren das 554 Mio. €, 20% der gesamten Netzengpasskosten von 2,8 Mrd. € (die restlichen 80% gehen an konventionelle Kraftwerke). Wichtig: Nur für angeschlossene Anlagen. EEG-VergütungVergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz. Gibt es ausschließlich für tatsächlich eingespeisten Strom – nicht für stillstehende Anlagen. gibt es nur für eingespeisten Strom.

Lösung in Sicht: SuedLinkGrößtes deutsches Stromleitungsprojekt. Verbindet Windstrom aus dem Norden mit Verbrauchern im Süden. 4 GW Kapazität. Vollständig genehmigt, in 6 Bundesländern im Bau. (4 GW, Ende 2028) und UltranetGleichstromleitung von NRW nach Baden-Württemberg. 2 GW Kapazität. Seit Oktober 2025 vollständig genehmigt, Bau läuft. (2 GW, Ende 2026) schaffen zusammen 6 GW neue Nord-Süd-Kapazität.

→ SuedLink · → Ultranet

Fazit: Windräder stehen still, wenn kein Wind weht – das ist normal, nicht Verschwendung. Die Abregelung wegen Netzengpässen beträgt 3,5%. Das Problem ist nicht „zu viel Windkraft", sondern zu langsamer Netzausbau. Mit SuedLink (2028) und Ultranet (2026) wird sich das deutlich verbessern.

Zur Transparenz: Wer steht hinter dem Widerstand?

In einer fairen Debatte sollten alle Seiten transparent kommunizieren – über Fakten und über eigene Betroffenheit.

Betreiber von windsinn-nottuln.info: Wohnt in der Falkenstraße (Dorfrand), ca. 750m von geplanten Anlagen – näher als die meisten Nottulner. Diese Info fehlt auf der Seite.

„19 Riesen-Windräder": Laut Gemeinde Nottuln: 9 bestehende WEA (davon 6 bleiben, 3 Repowering) + 18 geplante = insgesamt 24 Anlagen nach Abschluss aller Projekte. Stadtwerke Münster plant 7 davon – Baubeginn frühestens 2028.

„2 km Schutzgürtel": Die Forderung nach 2 km klingt einleuchtend – hat aber keine wissenschaftliche Grundlage. Was Anwohner tatsächlich schützt, sind Immissionsgrenzwerte: max. 35 dB(A) nachts (TA Lärm), max. 8h Schattenwurf/Jahr. Diese müssen eingehalten werden – egal ob die Anlage 500m oder 2 km entfernt steht. Ein pauschaler Abstand würde Windenergie faktisch unmöglich machen, ohne mehr Schutz zu bieten.

„Hunderte Immobilien betroffen": RWI-Studie: Durchschnittlich 7% Wertverlust innerhalb 1 km – bei älteren Häusern (Baujahr vor 1950) im ländlichen Raum bis zu 23%. Ab 8-9 km kein messbarer Effekt mehr.

„Wissenschaftliche Hinweise zu Infraschall": Die Petition suggeriert Gesundheitsrisiken – aber Uni Bayreuth & UBA finden keine Belege für Gesundheitsschäden.

Petition (abgeschlossen): Die openPetition endete mit 1.714 Unterschriften, davon 1.141 aus Nottuln. Bei ~20.000 Einwohnern entspricht das ca. 5,7%. Online-Petitionen sind anfällig für Mehrfachstimmen.

Offener Brief an den Aufsichtsrat (Januar 2026): Gegenwind Nottuln und Windsinn Nottuln fordern in einem offenen Brief den Aufsichtsrat der Stadtwerke Münster auf, das Projekt zu stoppen. Unter den Unterzeichnern:

Gründer von Gegenwind Nottuln aus Hövel: Die Bauerschaft Hövel liegt ab ca. 660 m von geplanten Anlagen. Mehrere Unterzeichner des Briefs wohnen dort.

Unterzeichner aus dem Fasanenfeld: Ca. 950 m bis 1,3 km zur nächsten geplanten Anlage – eines der nächstgelegenen Wohngebiete.

Mein Standpunkt: Die Sorgen von Anwohnern sind nachvollziehbar und legitim – besonders wenn man direkt betroffen ist. Ich wünsche mir, dass diese Betroffenheit offen kommuniziert wird und Fakten nicht verzerrt werden. Erneuerbare Energien befürworten, aber Windräder vor der eigenen Haustür bekämpfen – das sollte transparent gemacht werden.

Lokale Fakten: Nottuln & Münsterland

Baumberge: Landschafts- oder Naturschutz?

Die Baumberge sind ein Landschaftsschutzgebiet, kein Naturschutzgebiet – ein wichtiger rechtlicher Unterschied. Der Regionalplan (Ziel 5) schützt die südlichen Höhenlagen vor WEA. Die geplanten Standorte liegen nicht in diesen geschützten Bereichen.

→ Gemeinde Nottuln

Flächenziel: Bereits übererfüllt?

Das Münsterland hat sein Flächenziel übererfüllt: 15.500 ha vs. 12.670 ha Ziel. Aber das bedeutet nicht, dass geeignete Standorte nicht genutzt werden dürfen. Die Flächen in Nottuln wurden im Regionalplan als geeignet identifiziert.

→ Bezirksregierung Münster

Münster vs. Nottuln: Fairer Vergleich?

Münster: 33-34 WEA bei ~320.000 Einwohnern (303 km²). Nottuln: 9→24 WEA bei ~20.000 Einwohnern (86 km²). Der Vergleich hinkt: Münster ist eine Stadt mit dichter Bebauung, Nottuln ist ländlich mit mehr Freiflächen. Windräder in der Innenstadt wären unrealistisch.

→ Stadt Münster

Stadtwerke Münster: Bauen die nur außerhalb?

Nein – sie bauen in Münster und im Umland. Und in Nottuln sind die Stadtwerke nur einer von 7 Betreibern.

Im Stadtgebiet Münster

  • 33–34 Windräder in Betrieb
  • • Stadtteile: Amelsbüren, Roxel, Nienberge, St. Mauritz, Wolbeck
  • • Albachten: Planung läuft

Stadtwerke Münster

  • 21 eigene Anlagen
  • • Davon in Münster: Roxel, Amelsbüren
  • • Ziel: Verdopplung bis 2030

Weitere genehmigte Projekte

  • • Sendenhorst: 6 WEA (2028)
  • • Dülmen: 5 WEA (2027)
  • • Warendorf-Milte: 4 WEA (2028)
  • • Lemgo: 1 WEA (2026)

Quellen: Stadtwerke Münster, Stadt Münster, Gemeinde Nottuln

„Wir erzeugen schon über 100%!"

Dieses Argument übersieht: Es gibt keinen „lokalen Strom". Das deutsche Stromnetz ist ein Verbundnetz, alles fließt zusammen und versorgt die gesamte Region. Das Münsterland liegt direkt neben dem Ruhrgebiet, einem der größten Stromverbraucher Deutschlands. Deutschland liegt bei 59% Erneuerbare, Ziel 2030: 80%. Das ist kein Sonderweg: 16 von 19 EU-Ländern haben ihre Windausbauziele erhöht. Wenn jede Gemeinde sagt „sollen erstmal die anderen", scheitert die Energiewende.

Und: Mehr als das Minimum bringt Vorteile. Jede zusätzliche Anlage bedeutet mehr Gewerbesteuer, mehr §6-EEG-Abgaben für die Gemeinde und mehr Pachteinnahmen für lokale Landwirte.

→ Energie-Lexikon: Verbundnetz erklärt

Flugblätter: „Rechtswidriges Verfahren"?

In Nottuln kursieren Flugblätter und Online-Beiträge, die das Genehmigungsverfahren als „rechtswidrig" bezeichnen und dem Bürgermeister sowie dem Landrat Fehlverhalten vorwerfen.

Was behauptet wird:

  • Das Verfahren sei „nicht rechtskonform"
  • Der Bürgermeister habe den Gemeinderat umgangen
  • Der Landrat habe persönliche Interessen

Was der Kreis Coesfeld sagt:

  • Vorbescheide wurden rechtmäßig erteilt
  • Der Kreis war rechtlich verpflichtet, sie positiv zu bescheiden
  • Weder Landrat noch Mitarbeiter sind finanziell beteiligt

Warum waren die Vorbescheide rechtmäßig?

  • Erteilt auf Grundlage der damals geltenden Rechtslage – vor dem §36a LPLG NRWWindenergie-Moratorium seit 15. Februar 2025: Pausiert Genehmigungen außerhalb geplanter Windenergiegebiete. (Februar 2025)
  • Die Gemeinde Nottuln hatte ihren FlächennutzungsplanKommunaler Plan, der die Nutzung aller Flächen im Gemeindegebiet festlegt (Wohnen, Gewerbe, Landwirtschaft etc.). aufgehoben, „um der Windenergie deutlich mehr Raum zu geben"
  • Keine RaumordnungszieleVerbindliche Vorgaben der Landesplanung, z.B. Schutz bestimmter Landschaften. standen entgegen
  • Nach Abschluss der Prüfung war der Kreis verpflichtet, zeitnah positiv zu bescheiden

Quelle: Offizielle Stellungnahme des Kreises Coesfeld (18.09.2025). Es liegen bisher nur Vorbescheide vor – das vollständige Genehmigungsverfahren (Artenschutz, Immissionsschutz etc.) steht noch aus.

Kurz angesprochen

Eiswurf

Moderne Anlagen haben Eiserkennungssysteme und schalten automatisch ab. Laut BWE: „Unfälle oder Todesfälle durch Eiswurf sind in Deutschland nicht bekannt."

Baulärm

Die Bauphase (Fundament, Aufbau, Netzanschluss) dauert ca. 3-6 Monate pro Anlage. Schwertransporte und Kranarbeiten verursachen temporäre Belastungen – wie bei jedem größeren Bauprojekt.

„Wildwuchs"?

Mit „Wildwuchs" meint die NRW-Landesregierung Windenergieanlagen außerhalb geplanter Windenergiegebiete. Das Moratorium (§36a LPLG NRWIn Kraft seit 15. Februar 2025. Pausiert Genehmigungen außerhalb der in Regionalplänen vorgesehenen Windenergiegebiete.) pausiert solche Genehmigungen. Die Stockum-Vorbescheide wurden vor dieser Regelung erteilt.

→ Quelle: Wirtschaftsministerium NRW

Artenschutz (Greifvögel) wird im Vogelschlag-Abschnitt angesprochen. Diese Seite erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Windkraftanlagen im Umkreis

Interaktive Karte mit allen 31 Anlagen im 8-km-Radius (Nottuln, Billerbeck, Dülmen) aus dem offiziellen Marktstammdatenregister.

13 in Betrieb (13 MW) 18 in Planung (102 MW)
Zur Karte

Was diese Seite nicht behauptet

Ehrlichkeit bedeutet auch, die Grenzen der eigenen Argumente anzuerkennen.

Windräder verändern das Landschaftsbild

Das ist Fakt, und ob man das schön oder störend findet, ist subjektiv. Ich behaupte nicht, dass Windräder unsichtbar sind oder die Landschaft "verbessern". Das muss jeder für sich entscheiden.

Immobilienwerte können sinken

Die Studienlage zeigt ein differenziertes Bild:

7–23%

Wertverlust in 1km (RWI 2019) – je nach Lage und Haustyp

0%

Ab 8-9km kein Effekt mehr

Wichtiger Kontext: Der Effekt nimmt mit der Entfernung stark ab. Eine US-Studie (Berkeley/PIK, PNAS 2024) untersuchte speziell Häuser mit direktem Blick auf Windräder: Der Wertverlust peakt nach 3 Jahren und erholt sich dann. Für seit 2017 gebaute Anlagen war kein Effekt mehr messbar.

→ RWI-Studie (2019)

Die Sorgen der Anwohner sind real

Wer seit Jahrzehnten aufs freie Feld schaut und plötzlich Windräder sieht, empfindet das möglicherweise als Verlust. Das ist kein "Unsinn" – das ist menschlich. Ich kritisiere nicht die Sorgen, sondern fehlende Transparenz und übertriebene Behauptungen.

Auch ich habe eine Perspektive

Ich bin nicht "neutral" – ich halte Windkraft für einen wichtigen Teil der Energiewende. Aber ich versuche, nur Fakten zu präsentieren, die ich belegen kann. Wenn ich etwas falsch dargestellt habe, korrigiere ich es gerne.

Mein Ziel:

Keine Propaganda für Windkraft – sondern eine Gegenstimme zu übertriebenen Behauptungen. Wenn jemand sagt "Windräder machen krank" oder "Der Schattenwurf ist unerträglich", dann möchte ich zeigen, was die Wissenschaft dazu sagt. Nicht mehr, nicht weniger.

Selbst recherchieren

Diese unabhängigen Quellen haben mir bei meiner Recherche geholfen.

Wie geht es weiter mit dem Windpark?

Der Vorbescheid für den Windpark Stockum liegt seit Frühjahr 2025 vor. Genehmigungsantrag 2026, frühester Baubeginn 2028. Jetzt ist die Zeit, sich zu informieren.

Offizielle Informationen

Zeitplan Stockum-Projekt

  • Frühjahr 2025: Vorbescheid Kreis Coesfeld
  • Nov. 2025: Windmesse Hof Stockmann
  • 2026: Genehmigungsantrag geplant
  • Frühestens 2028: Baubeginn & Betrieb
Quelle: Stadtwerke Münster

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Tipp: Aktuelle Termine und Infos zum Genehmigungsverfahren finden Sie auf stadtwerke-muenster.de und nottuln.de.

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Neben den Faktenchecks oben gibt es weitere Themen rund um Windkraft in Nottuln.

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